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Ich nehme mich

Leer und ohne Licht wie der

Neumond kam ich an und

Tag für Tag füllte sich die Sichel

Und bildete ein Bett für mich

Nackt und schutzlos gehe ich in die Einsamkeit

Und Dunkelheit

Und werde

EIN SAME

Der Herr ist mein Hirte

Ich nehme mich – aufmerksam wahr.

Ich nehme mich – liebevoll in den Arm.

Ich nehme mich – wertschätzend ernst.

Ich nehme mich – verständnisvoll in Schutz.

Ich nehme mich – mit scharfen Kanten.

Ich nehme mich – mit warmen Humor.

Ich nehme mich – an.

Ich nehme mich – für voll.

Ich kam zum Neumond nach El Hierro und gehe

Bei Vollmond
 

16.11.2015 Christian



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Dazwischen

Die Adlerfeder, mit der mich der Visionssucheleiter von allem abschneidet, was mich davon abhält, die nächsten vier Tage allein, draußen und ohne Essen zu sein, kommt auf meiner Brust zu ruhen. Ein starkes Schwellenritual endet. Tränen treten in meine Augen und ich überschreite unsicheren Schrittes den Schwellenkreis ausgerüstet mit meinem persönlichen Kraftsatz, der im Laufe dieser Tage und Nächte seine heilsame Wirkung immer stärker entfalten wird: „Ich lasse mein Ungenügen hinter mir und ermutige mich, wahrhaftig zu leben und zu lieben.“

Wohin gehe ich? Zu dem Platz, den ich mir vor einem Tag gesucht habe. Meine Schlafstelle ist unter einer dreistämmigen Pinie, die ihre Wurzeln auf einem Lavafelsen mit einer kleinen, flachen und finsteren Höhle geschlagen hat. Kot kündet davon, dass hier bereits Ziegen vor mir Unterschlupf gefunden haben. Es gibt einen Sitz im Felsen, von dem ich den Sonnenaufgang und einen, von dem ich den Sonnenuntergang betrachten kann. Mein Blick reicht weit auf den Atlantik hinaus. Ich frage mich: Habe ich den Platz oder hat der Platz eher mich gefunden? In dem äußeren Ort erkenne ich meine inneren widersprüchlichen Räume: gleichzeitig einfach und komplex, hell und dunkel, sowohl festgelegt als auch voller Möglichkeiten. Die Kiefer mit der gemeinsamen Basis, aus der drei Stämme herauswachsen, erinnert mich an die Dreieinigkeiten meines Lebens: Meine beiden Kinder und mich. Meine beiden Eltern und mich. Oder meine Ex-Frau, meine neue Gefährtin und mich. Und sie tröstet und versöhnt mich mit der Tatsache, dass Liebe sowohl Einigkeit als auch Trennung bedeutet. Dies ist keine Einsicht meines Geistes, sondern erlebbar im Wechsel von starken Gefühlen der Verbundenheit mit den Wesen dieser Landschaft und Momenten tiefer Resignation, in denen ich wie ein Embryo gekrümmt auf meinem Schlafplatz kauere.

Ich empfinde mich in einem merkwürdigen Zwischenreich, in dem alles ist, wie es ist und gleichzeitig mehr, anderes und sehr Persönliches bedeutet. Uhr los verläuft die Zeit nicht mehr in Minuten und Stunden, sondern in einem ganz eigenen Maß. Ich schlafe viel tagsüber und in der Nacht bin ich mitunter hellwach. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich mit offenen Augen träumen. Oder wie soll ich diesen mir neuen Bewusstseinszustand anders beschreiben. Ist die wunderschöne Raupe, die in Stunden tiefer Niedergeschlagenheit auf meinen Kopf zu krabbelt, nur eine Raupe, oder Botin von Hoffnung und Trost? In diesem Zustand des Dazwischen scheint es mir zu gelingen, mein altes Leben zu verabschieden und einen Schritt ins Neue, Offene, Ungefähre und Instabile zu machen.

Michael 50

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Was soll besser werden, wenn ich fastend einhundert Stunden Einsamkeit durchhalte und am Ende eine ganze Nacht dem Sternbild Orion zuschaue, wie es sich vom Osten in den Westen bewegt? So fragt sich die Zweiflerin, die darüber grübelt, warum ihre Beziehungen gescheitert sind, eine, die nach der aktiven Elternphase eine neue Aufgabe und ihren Platz im Leben und einen vertrauten Menschen sucht?

Vier Tage finde ich Zuflucht bei einer Sabinerin, einem herrlichen Wachholderbaum, den ich immer wieder mit meinen Fragen bombardiere und ungeduldig auf ein Zeichen warte. Erst viel später lese ich, dass Wachholder sinnbildlich für physische Stärke und Lebensfreude stehen. So verstärkt sich die Gewissheit, nicht ich habe diesen Platz, sondern er hat mich gefunden. Hier „wohne“ ich, ohne etwas leisten zu müssen, aber mit einer riesigen Lust die Umgebung zu erkunden – einfach so, ohne Ziel. Wege zu gehen, nur um herauszufinden, wohin sie führen und zu spüren, dass auch Verirren, Umwege oder Umkehr, durchaus reizvoll sein können. Ich entdecke, was für ein Geschenk es ist, soviel Kraft zu haben und die Schwäche und Resignation des letzten Jahres fällt von mir ab. Es wächst die Gewissheit, dass ich mich selbst aushalte, allein draußen klar komme und gut darauf vertrauen kann und auch im Alleinsein mich Menschen verbunden zu fühlen.

In dieser Phase werde ich weich und nachsichtiger mit mir, es gelingt mir, das Scheitern meiner Beziehungen schamlos einzugestehen. Hier in der Natur bin ich kein Opfer von Umständen. Im Gegenteil, wenn es mir gelingt, diese intensiv gespürte Kraft darauf zu verwenden, meinen sonst so empfundenen Opferstatus aufzugeben und darauf zu vertrauen, dass ich auch mit Blick auf Beziehungen, mutig losgehen kann – vertrauend darauf auch Umwege, Verirrung oder Umkehr bewältigen zu können – dann war der Sonnenaufgang am fünften Morgen der Beginn meines Erwachsenseins.

Andrea 45

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